Rund zwanzig potenzielle Investoren überzeugten sich vor Ort, welche Chancen die Entwicklungsfläche Welheimer Mark in Bottrop für innovative Zukunftsindustrien bietet. Im Fokus stand dabei der geplante ReallaborCampus zum Thema Wertwasser.

Die Welheimer Mark ist die zweite von insgesamt fünf Entwicklungsflächen, die im Rahmen von „Freiheit Emscher“, der gemeinsamen Initiative der Städte Bottrop und Essen, der RAG Montan Immobilien GmbH und der Freiheit Emscher Entwicklungsgesellschaft mbH (FEEG), erschlossen werden. Auf den insgesamt 11 Hektar im Südosten Bottrops sollen sich in den kommenden Jahren Forschungsinstitute und wissensbasierte Unternehmen ansiedeln.

Über die Entwicklungspläne und Investitionschancen für wissensbasiertes Gewerbe und innovative, nachhaltige Produktion informierten sich am Donnerstag, 4. September 2025, potenzielle Investoren im Rahmen der Investoren-Tour Ruhr direkt vor Ort in der Welheimer Mark. Mit der Tour brachten die Business Metropole Ruhr GmbH und die STONY Real Estate Capital GmbH zum achten Mal Akteurinnen und Akteure der Immobilienwirtschaft mit Verantwortlichen für Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung der Kommunen im Ruhrgebiet zusammen.

Von Bergbaubrachen zur grünen Industriestadt

„Freiheit Emscher ist eine der letzten großen Flächenreserven des Ruhrgebiets“, betonte Leonie Schwarzwalder (technische Projektleitung). „Auf einer Gesamtfläche von 1.700 Hektar entsteht hier aus einer für das Ruhrgebiet typischen ‚Zwischenstadt‘ ein wegweisender Zukunftsstandort für Klimaresilienz, grüne Energie, nachhaltige Mobilität, Zukunftstechnologien, Digitalisierung und Biodiversität.“

Wie diese Vision in der Welheimer Mark Realität werden soll, erklärte Prof. Dr. Issa Nafo, Leiter des Geschäftsbereichs „Grundlagen und Entwicklung“ bei der Emschergenossenschaft, den Tour-Teilnehmenden in einem Vortrag über die Nutzungskonzeption des ReallaborCampus Welheimer WasserMark (WWM). Ein zentraler Baustein auf dem Weg dorthin ist die von RAG Aktiengesellschaft und Emschergenossenschaft beauftragte Machbarkeitsstudie des Fraunhofer Umsicht Instituts. Sie untersucht potenzielle Nutzungsmöglichkeiten und Kooperationsmodelle für das geplante Reallabor. Ziel ist es, die Flächenentwicklung in der Welheimer Mark mit innovativen Forschungsansätzen zu verknüpfen und gemeinsam mit Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft nachhaltige Entwicklungsperspektiven zu schaffen. Nafo unterstrich: „Aufgrund der unmittelbaren Nähe zu unserer Kläranlage Bottrop ist dieser Standort prädestiniert für ein Reallabor, das die Nutzung von Wasser als Ressource erforscht und neue Impulse für die marktreife Entwicklung entsprechender Zukunftstechnologien setzt. Unseren Betriebsstandort in der Welheimer Mark haben wir beispielsweise in den vergangenen Jahren zu Deutschlands erster Großkläranlage entwickelt, die ihren Bedarf an Strom und Wärme vollständig selbst erzeugt – unter anderem mit der Ausschöpfung des energetischen Potenzials von Klärschlämmen.“

Über den Stand bei der Erschließung eines Gewerbeboulevards sowie die Bedeutung von Kreislaufwirtschaft für die kommunale Wirtschaftsförderung berichteten Sven Sander und Niklas Breuer von der Stadt Bottrop.

Die Investoren-Tour zeigte: „Freiheit Emscher“ bietet ausgezeichnete Chancen, urbane Transformation und nachhaltiges Wachstum mit der sozial-ökologischen Aufwertung der Quartiere im Essener Norden und Bottroper Süden zu verbinden. Die Umsetzungsmöglichkeiten des Vorhabens in der Welheimer Mark werden derzeit geprüft. Die Vermarktung beginnt voraussichtlich in 2026.


Über die Welheimer WasserMark

Wie sich saubere, klimaschonende Energie aus Abwasser erzeugen lässt – das und vieles mehr soll künftig im ReallaborCampus Welheimer WasserMark erforscht werden. Wegen der unmittelbaren Nähe zur Kläranlage Bottrop der Emschergenossenschaft eignet sich der Standort besonders für Forschung zur Ressource Wasser – und für die marktreife Entwicklung entsprechender Technologien.

Folgende Themen könnte das RealLabor unter anderem untersuchen:

  • Digitalisierung und Künstliche Intelligenz (KI) in der Umweltüberwachung
  • urbane Biodiversität und urbane Landwirtschaft
  • Verwertung von Überresten aus der Abwasserreinigung (Klärschlamm), zum Beispiel als klimaneutraler, nicht-fossiler Brennstoff zur Erzeugung von Strom und Wärme

Beteiligt an der Umsetzung der Vision sind die Städte Bottrop und Essen, die Freiheit Emscher Entwicklungsgesellschaft, die RAG Montan Immobilien GmbH, die Emschergenossenschaft, das Zentrum für Wasser- und Umweltforschung (ZWU) der Universität Duisburg Essen sowie das Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT in Oberhausen. Für die Konkretisierung der Planung werden weitere Wirtschaftspartner gesucht.


Bildmaterial:

Prof. Dr. Issa Nafo von der Emschergenossenschaft erläuterte die Pläne zur Einrichtung eines ReallaborCampus zum Thema Wertwasser in der Welheimer Mark. Foto: Freiheit Emscher Entwicklungsgesellschaft mbH

 

Teilnehmende der Investoren-Tour 2025 informierten sich über die Entwicklungsfläche Welheimer Mark in Bottrop. Foto: Freiheit Emscher Entwicklungsgesellschaft mbH

 

Welche Chancen Freiheit Emscher für innovative Zukunftsindustrien bietet, zeigte Leonie Schwarzwalder, technische Projektleitung der Freiheit Emscher Entwicklungsgesellschaft. Foto: Freiheit Emscher Entwicklungsgesellschaft mbH

Sven Sander vom Stadtplanungsamt erklärte das Nutzungskonzept für die 11 Hektar große Fläche im Südosten Bottrops. Foto: Freiheit Emscher Entwicklungsgesellschaft mbH

Durch seine unmittelbare Nähe zur Kläranlage Bottrop ist der Standort Welheimer Mark prädestiniert für Forschung und Gewerbe rund um die nachhaltige Nutzung von Abwasser. Davon überzeugten sich potenzielle Investoren im Rahmen der Investoren-Tour Ruhr 2025.

Foto: Freiheit Emscher Entwicklungsgesellschaft mbH

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